Kernauftrag Mission und Pionierarbeit
Die Gemeindebewegung sieht als vorrangiges Ziel die Gründung neuer Gemeinden. Schwerpunktgebiete dafür sind die Schweiz, Asien, Afrika und der Nahe Osten. Dafür sollen Menschen mobilisiert, ausgebildet und gesandt werden. Das gilt neu und ganz speziell auch für die Schweiz. Lokalgemeinden werden zu Gemeindegründungen ermutigt und dabei unterstützt. Gemeindegründung wird ganzheitlich verstanden: Das Heil Gottes soll da sein für den ganzen Menschen und in allen Bereichen der Gesellschaft.
Alter Auftrag – neue Ausrichtung
Dem Kernauftrag zu Grunde liegende Paradigmen
- Missionare wirken im Ausland das, was sie in den Schweizer Gemeinden gelernt haben. Pioniermission im Ausland muss daher ihre Wurzeln in einer starken Gemeindegründungsbewegung in der Schweiz haben.
- Die wachsende Zahl von Ausländern in der Schweiz und in Europa hat dazu beigetragen, dass Mission nicht mehr geografisch (Ausland) sondern inhaltlich (unerreicht) definiert wird. So soll wieder das Evangelistische und Bahnbrechen-de betont werden, das Vordringen in neue Gebiete, wo das Reich Gottes noch nicht sichtbar ist.
Ein Plädoyer für eine Bewegungsmission
Viele Missionsorganisationen haben sich auf bestimmte Kernaufgaben (z.B. medizinische Betreuung) oder auf bestimmte Länder (z.B. Naher Osten) spezialisiert. Die Bewegungsmission hat durch die enge Verbindung mit den Lokalgemeinden die Möglichkeit, auf Menschen zu fokussieren und sie über Jahre zu begleiten, missionarisch zu fördern und zu prägen. Wenn in der Zukunft die Gründung neuer Gemeinden wieder zum «normalen Alltag» gehört, ist dies ein ideales Lernumfeld für angehende Missionare. Es besteht also eine direkte Verantwortung in der Mobilisation, im Training und der nachhaltigen Begleitung sowie in der Unterstützung von Lokalgemeinden bei der Umsetzung ihres Missionsauftrags.
Dazu kommt, dass MissionarInnen, die heimkehren, viel Potenzial mitbringen, um wiederum der Bewegung mit ihren Erfahrungen zu dienen. Auch ausgebrannte Rückkehrer sollen in einer Bewegungsmission auf die notwendige Unterstützung zählen können. Die Bewegungsmission hat ein nachhaltiges Interesse am Know-how, aber auch am Wohlergehen ihrer Missionare.
Wer ist ein Missionar?
Missionare sind nach dem Neuen Testament «Gesandte» Gottes.
Ganz allgemein wurde die geografische Grenze bei der Definition eines Missionars wie folgt gezogen: Ausserhalb der Schweiz war man «Missionar», innerhalb nicht. Dieses Verständnis ist heute nicht mehr relevant. «Gehet hin in alle Welt ...» beginnt heute vor der Haustüre. Alle sind gesandt und haben den missionarischen Auftrag, Menschen aller Rassen – Schweizer und Ausländer, Nachbarn oder Mitarbeiter am Arbeitsplatz, in der Schweiz oder im Ausland – zu erreichen. Die neue Ausrichtung der MissionPlus soll dazu beitragen, Gemeinden in der Romandie und in der Deutschschweiz dabei zu unterstützen und Einsatzmöglichkeiten zu bieten.
Gemeindegründungen in der Schweiz
Die Schweiz – ein Missionsland
Obwohl 39% der SchweizerInnen täglich beten, gehen nur 10% wöchentlich in eine kirchliche Veranstaltung (Umfrage von Olivier Favre). Die 1500 evangelischen Freikirchen zählen 150 000 Glieder, das sind gerade mal 2,1% der Bevölkerung. Zudem ist unser Land ein Flickenteppich von vielen, unter sich isoliert lebenden Volksgruppen. Nebst der Sprache spielen auch Musik, Kultur, Hobbys und Kleidung eine Identität stiftende Rolle. Kreative Ideen sind gefragt, um Schweizer und Ausländer mit dem Evangelium zu erreichen. Es gibt Beispiele: Eine Gruppe junger Frauen, die sich «Soulsisters» nennt, lädt in Zürich junge Frauen zu Make-up-Tipps und Kickbox-Übungen ein und dazu, zu erfahren, was Gott in ihrem Leben tun kann.
BewegungPlus – ein bunter «Haufen» mit einem Ziel
Der langjährige Bewegungsleiter Toni Nyffenegger hat ein Klima von Wertschätzung untereinander und Innovation gefördert. Viele Stile haben Platz. Die BewegungPlus will bis zum Jahr 2010 in der Schweiz zehn neue Gemeindegründungen initiieren. Dieses Ziel soll zu Pioniertaten motivieren, wie sie in der Gründergeneration der 80-jährigen Bewegung geschehen sind.
Angebot des Kernauftrags im Bereich Gemeindegründung
- Coaching der neu entstandenen Gemeinden leisten oder sicherstellen;
- Beratung bei der Abklärung von möglichen neuen Gründungsinitiativen;
- Inspirationstreffen unter den BewegungPlus-Gemeindegründern;
- Ausbildung und Praxisplätze, wie zum Beispiel in Winterthur, um in interkultureller Gemeindegründung an der Seite von Pioniermissionar Johan Oelen Erfahrungen zu sammeln.
Gemeindegründungen durch die Cluster
Der nationale Vorstand hat im Jahr 2007 beschlossen: «Jeder Cluster trägt das Ziel der Gemeindegründung mit und bestimmt eine Kontaktperson. In diesem Sinn will der Vorstand nicht Druck machen, sondern zum aktiven Mittragen unseres gemeinsamen Ziels einladen: Die Schweiz soll doch um Gottes Willen mit immer mehr lebendigen Gemeinden durchdrungen werden …»
Was ist schon entstanden, was am Entstehen?
Die Bewegung ist Gott dankbar für die neu entstandenen Gemeinden in Laufen und Schwyz. Weitere Gemeindegründungsinitiativen gibt es unter Jugendlichen der Hip-Hop-Szene in Wankdorf/Bern und unter Bikern im Raum Burgdorf. Gruppen von Iranern, Afghanen, Indonesiern und Latinos arbeiten in Partnerschaft mit BewegungPlus-Gemeinden an der Erreichung ihres eigenen Volkes. Dabei kommen nicht nur Leute aus ihrer Volksgruppe, sondern auch Schweizer zum Glauben.
So geschieht, wie es in der AGIK (Arbeitsgemeinschaft für Interkulturelle Zusammenarbeit der SEA) formuliert wurde:
«Schweizer und Ausländer verbreiten die Gute Nachricht unter Ausländern und Schweizern in der Schweiz!»




