Halbzeit, Nachspielzeit, Endzeit

Beim Tschutten ist es klar: Nach zwei Halbzeiten plus Nachspielzeit kommt der Schlusspfiff. Leider gibt es keine Endzeit-Uhr mit einem Countdown. Oder doch? online im Gespräch mit dem BewegungPlus-Theologen Thomas Eggenberg.

 

Thomas, die einen sagen, wir leben schon mitten drin in der Endzeit, andere glauben, sie komme erst noch. Was verstehst du unter dem Begriff Endzeit?

Umgangssprachlich geht es bei der Endzeit um die Zeit vor dem Ende. In der Bibel findet sich der Begriff so nicht. Hingegen ist die Rede vom Ende (griechisch: telos), was aber auch mit "Vollendung" oder "Ziel" übersetzt werden kann. Das Ende besteht in der zukünftigen Ankunft von Jesus und der damit verbundenen Vollendung von Gottes Reich. Theologisch gesehen hat die Endzeit mit dem Kommen von Jesus, seinem Tod, seiner Auferstehung und der Ausgiessung des Geistes begonnen. So gesehen leben wir seit 2000 Jahren in der Endzeit.

 

Das klingt ja erst mal ganz nüchtern. Aber das Thema Endzeit ist hoch emotional aufgeladen. Etwas mehr Klarheit seitens von Gott würde schon helfen, oder?

In der Bibel ist immer wieder von Gottes Absichten für die Zukunft die Rede: Er wird das Böse überwinden und vollständiges Heil bringen! Wann und wie das im Detail geschehen wird, bleibt im Dunkeln. Zwar gibt es Hinweise auf vorlaufende Ereignisse, die uns zur Orientierung dienen. Eine genaue Abfolge findet sich aber gerade nicht - auch nicht in der Offenbarung. Gott möchte offenbar nicht, dass wir passive Zuschauer sind und gewisse Ereignisse abwarten. Vielmehr sollen wir das Leben gestalten und in schwierigen Zeiten darauf hoffen, dass die Zukunft Gott gehört und er Gerechtigkeit schaffen wird.

 

Manche ignorieren das Thema komplett, für andere ist die Endzeit ein zentrales Glaubensthema. Die Meinungen gehen oft 180 Grad auseinander. Daran spalten sich Gemeinden!

Ich denke, dass die Bedeutsamkeit des Themas vor allem mit dem Zeitgeschehen zu tun hat. In Zeiten von Verfolgung und Katastrophen sind endzeitliche Texte besonders wichtig. Das war zum ersten Mal im Jahr 70 der Fall, als Jerusalem von den Römern dem Erdboden gleichgemacht wurde. In der 2000-jährigen Geschichte der Christen wurden endzeitliche Texte immer wieder dann aktuell, wenn Katastrophen und Kriege Realität wurden. Das erklärt für mich auch den Stellenwert des Themas in der Mitte des 20. Jahrhunderts: Die beiden Weltkriege und die Schrecken des Nationalsozialismus hatten ja tatsächlich eine apokalyptische Dimension, ebenso die Gefahren des Kalten Krieges (atomare Aufrüstung) oder die Entstehung des Staates Israel. Als die allgemeine Weltlage zwischenzeitlich etwas ruhiger wurde, liess das Interesse entsprechend nach. Heute wird wieder verstärkt deutlich, wie brüchig Frieden ist. An vielen Orten auf der Welt herrscht Krieg und werden Christen verfolgt, wie kaum jemals zuvor. Wem das bewusst wird, der wird auch danach fragen, was - oder besser: wer ihm Hoffnung gibt.

 

Manche sammeln für den Bau eines dritten Tempels in Jerusalem, andere bauen sich Überlebensbunker im Garten - und wieder andere ignorieren das Thema beharrlich. Gibt es einen gescheiten Weg?

Ignorieren geht leider nicht: das Thema Ende und Vollendung, Katastrophen, Gerichte, Wiederkunft von Jesus etc. findet sich nun mal in der Bibel. Aber Angst ist kein guter Ratgeber. Warum nicht einfach wachsam sein und beten? Das ist doch die biblische Empfehlung in schwierigen Zeiten!

 

Es gibt bergeweise Literatur zur Endzeit, im Internet grassieren Endzeit- und Verschwörungstheorien. Hilfreich oder Schrott?

Vieles davon ist menschlicher Phantasie und Spekulation entsprungen. Wichtig ist, die grossen biblischen Linien zu kennen und sich daran zu halten.


Das Thema hat auch ein zünftiges Angstpotenzial. Ein entfesselter Satan, der Antichrist, Katastrophen, Kriege, Verfolgung ... Das reicht für mehr als eine schlaflose Nacht.

Diese Angst ist leider nicht unbegründet. Gerade jetzt leben viele Menschen in Kriegs-, Katastrophen- und Verfolgungsgebieten. Und hier sind endzeitlichen Texte auch ungemein hilfreich: Sie machen nicht Angst, sondern beschreiben die tatsächliche Erfahrung. Zudem geben sie Hoffnung, dass Gott gegenwärtig ist, Kraft gibt und ihm die Situation nicht entglitten ist, sondern dass das Leiden vorübergehen und Gott Gerechtigkeit wiederherstellen wird.

 

Mit Blick auf die verschiedenen Endzeitmodelle, was sagt denn nun BewegungPlus: Was soll ich glauben?

Du sollst nicht an Endzeitmodelle glauben, sondern an Jesus, den Retter der Welt, der sein Reich trotz aller Ungerechtigkeit aufrichten wird. Jesus, der schon jetzt durch seinen Geist in deinem Leben wirksam ist. Und was die BewegungPlus sonst noch zu sagen hat, findest du in der Broschüre «Unsere Hoffnung: Himmel auf Erden!».

 

Interview: Brigitte Frei, b.frei@STOP-SPAM.bewegungplus.ch

 


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Dieser Artikel stammt aus dem online 5/16 zum Thema «Biester, Huren, Monster.»

 

 

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Sandra

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