«Meh Pfupf!»

«Meh Dräck!» sind wir uns als Forderung von Experten aus der Musikbranche schon gewohnt. Dän Zeltner, Pastor der BewegungPlus Equipperskirche Zürich und Hausbarde der Bewegung nimmt ähnliche Worte in den Mund. Sein Lied «Du bisch d’Uferstehig» (siehe rechts) drückt etwas davon aus. Wir wollten wissen, was dahinter steckt.

 

online: Wie entsteht ein Lied von dir? Gib uns mal einen Einblick in die Dän’sche Küche!

Dän Zeltner: Das ist bei mir weniger ein kreativer Prozess, sondern vielmehr wie ein Reisebericht. Ich singe von dem, was ich erlebe – eine Art Tagebuch. Für mich ist das Singen somit eine Möglichkeit, Zeuge zu sein von dem, was Gott tut. Manchmal hat es auch eine prophetische Dimension: Ich will mehr von dem erleben, was ich zurzeit noch nicht sehe.

 

Stehen hinter deinem Lied über die Auferstehung auch bestimmte Erlebnisse?

Das Lied ist während der Entwicklung meines Albums «Vorwärts» entstanden. Beim Satz von Jesus «Ich bin die Auferstehung und das Leben» ist etwas in mir angeklungen, was ich damals gerade erlebte: Nach einer eher schwierigen Zeit kehrte ich in die Schweiz zurück, wo wieder etwas in Gang kam, was seit längerer Zeit unterdrückt war.

 

Kannst du mehr darüber erzählen?

Ich hatte eine schwierige Zeit in einem Gemeindegründungsprojekt, wobei auch eine für mich wichtige Freundschaft in Brüche ging. Nach eineinhalb Jahren zog ich frustriert nach Neuseeland, wo ich mir ziemlich unnütz vorkam. Deshalb wollte ich bald wieder zurück, doch mein Leiter sagte: Es ist noch nicht Zeit. Das war für mich ein herausfordernder Akt des Gehorsams. Im Rückblick kann ich aber sagen, dass das Timing perfekt war. Nur so traf ich in Zürich Toni Nyffenegger, woraus die heutige BewegungPlus Equipperskirche Zürich entstand.

 

Im Lied heisst es: «Die gliichi Chraft isch bi mir am Werk.» Wo erlebst du das?

Zum einen sind es besondere Erlebnisse: Da ist zum Beispiel die erwähnte zerbrochen Beziehung, die wieder heil geworden ist. Dass nach allen erlebten Verletzungen wieder eine so wertvolle Freundschaft entstehen kann, zeugt für mich von Gottes Auferstehungskraft. Ein anderes Erlebnis war, als wir als Familie mit nichts in den Taschen in die Schweiz zurückkamen und uns ein Bekannter für zwei Jahre gratis ein Haus zum Wohnen anbot. Oder eben, wie sich die Dinge in Zürich mit Toni ergeben haben und was daraus in den letzten Jahren geworden ist.

Zum anderen ist es auch der einfache Alltag, wo ich diese Kraft spüre. Es gibt kaum einen Job, in welchem du öfter frustriert und enttäuscht wirst, als der des Pastors. Dass ich mich jeden Tag wieder aufraffen kann und neuen Mut finde, dass Gott mir immer wieder beim Auf(er)stehen hilft und ich darum von Freunden auch als «Stehauf-Männchen» betitelt werde, ist für mich ein Wunder. Es muss ja nicht immer so spektakulär sein wie bei Lazarus.

 

Du willst «mit dieser Kraft rechnen», «erwarten, dass Grosses geschieht», «für mehr glauben»: Was konkret erwartest du?

Natürlich habe ich konkrete Erwartungen, aber es geht mir mehr um eine Haltung. Klar, ich will mein Bestes geben und glaube nicht, dass alles nur durchs Gebet geschieht. Gleichzeitig merke ich, wie beschränkt ich bin. Wenn Gottes Kraft nicht wirkt, dann geschieht am Ende nichts. Mit dieser Kraft will ich immer rechnen, auch in ganz banalen Situationen. Wenn ich mit meinen Kindern das Zimmer aufräume, will ich glauben, dass dabei bedeutsame Momente zwischen Vater und Sohn entstehen können und mehr drin liegt, als was ich selbst bieten kann.

 

«Es git nüt, wo mi ischränkt» – ein steiler Satz! Erlebst du nie Einschränkungen: körperlich, finanziell, beziehungsmässig? Kannst du das ehrlich singen?

Ich singe den Satz ja gerade, weil ich mich manchmal eingeschränkt fühle. Ich will provozieren: Ich will das Evangelium nicht weichspülen und auf meine menschlichen Möglichkeiten reduzieren. Viele Menschen, die krank sind, haben Dinge überwunden und sind frei geworden, auch wenn ihre körperliche Einschränkung geblieben ist.

 

Was soll das Lied in denen bewirken, die es singen?

Mehr Pfupf! Mehr Pfupf im Glauben. Es soll die Leute antreiben. Nicht nur der Text, sondern auch der Rhythmus und die Melodie haben etwas, das antreibt. Mein Ziel ist es, mit meinen Liedern Glauben zu wecken. Das Schönste sind deshalb Mails von Leuten, die einen Selbstmordversuch abgebrochen haben oder durch eine Chemotherapie gegangen sind und mir schreiben, dass meine Lieder in ihnen Glauben geweckt haben.

 

Worauf freust du dich, wenn du an den Himmel und die Auferstehung denkst?
Ehrlich gesagt ist das für mich nicht sehr präsent. Aber am meisten freue ich mich darauf, die Herrlichkeit Gottes nicht nur im Dunst und Staub dieser Welt zu erahnen, sondern unverschleiert die Grösse Gottes sehen zu können.

 

 

Zur Person:

Dän Zeltner (35) ist verheiratet mit Oana und Vater von Janis (6), Sarah (4) und Lucas (2). Nach mehr als acht Jahren im Ausland (London, Berlin und Auckland) zog der ehemalige Primarlehrer 2011 nach Zürich, wo er zurzeit als Pastor arbeitet. Daneben leitet er die «Worship Academy» - eine Weiterbildung für Worshipper (mehr Infos auf danzeltner.ch). Dän zeichnet sich nach eigenen Angaben als Liebhaber von Thai Currys sowie als Warmduscher und Besserwisser aus.

 

Interview: Christian Ringli, online@bewegungplus.ch

 

Weitere Artikel

 

Dieser Artikel stammt aus dem online 3/16 zum Thema «Auferstehung - wie, was, wohin?»

 

 

Ich gehe gerne in die Markus-Kirche, weil ...

... hier meine Church-Family ist.

Sandra

«Du bisch d Uferstehig»

Du bisch d Uferstehig

I Dir läbt alles uf

Es git nüt, wo Di ischränkt

Du hesch alli Gränze gsprängt, Jesus

 

Du bisch d Uferstehig

I Dir läbt alles uf

Es git nüt, wo mi ischränkt

Du hesch mini Gränze gsprängt

 

Denn die glichi Chraft, wo Di vom Tod erweckt het

Isch bi mir am Wärk - Gwaltigs isch scho gscheh!

Mit der gliche Chraft, wo Du de Tod besiegt hesch

Wotti immer wieder rächne, Dir zur Ehr!

 

Wüu Jesus i mir in läbt

Erwarti, dass Grosses gscheht

Wüu Jesus i mir in läbt

Gloubi für meh!

 

Text und Meldodie: Dän Zeltner

 

 

Weiterempfehlen:

BewegungPlus Schweiz

Sekretariat

Grabenstrasse 8 A

3600 Thun

Telefon 033 223 11 80

E-Mail

Die lokalen Kirchen der BewegungPlus sind Mitglied der "Schweizerischen Evangelischen Allianz".

 

 

Die BewegungPlus ist eine Freikirche und Mitglied der "VFG - Freikirchen Schweiz".

 

 

Willkommen auf der Homepage der BewegungPlus: Setzen Sie sich mit uns ein für "Mehr Himmel auf Erden".

 

 

 

Benutzeranmeldung

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
Login