Neues und Altes aus dem Schatz von Gottes Reich

Die gute Nachricht vorweg: Altes und Neues müssen keine Gegensätze sein. Wenn Jesus vom Reich Gottes spricht, holt er «aus seinem reichen Schatz Neues und Altes hervor». (Matthäus 13,52)

 

Jesus bringt tatsächlich viel Neues, aber es baut auf Altem auf. Es ist das Alte, das einmal von Gott neu erschaffen wird. Unser Gott ist ein schöpferischer Gott! Wenn er etwas (aus dem Nichts oder aus schon Vorhandenem) schafft, dann ist etwas Neues da. Etwas, das es vorher noch nicht gegeben hat. Die Schöpfungsgeschichte ist voll davon: Himmel und Erde, Mond und Sterne, Pflanzen und Tiere in allen möglichen Variationen, zuletzt der Mensch. Bis heute schafft Gott Neues. Das wird für uns besonders sichtbar, wenn ein neuer Mensch geboren wird: ein kleines, grosses Wunder!

 

Gott schafft Neues...

Auch in der Geschichte mit den Menschen schafft Gott immer wieder Neues! Mit Noah machte Gott einen Neuanfang. Mit Abraham und Sarah schrieb er eine neue Geschichte. Er befreite das Volk Israel und führte es in ein neues Land. Er griff immer wieder ein, wenn das Volk in Not war. Sein Erbarmen war jeden Morgen neu. Und wo es gar nicht mehr weiterging, versprach Gott, sich den Menschen ganz neu zuzuwenden.

Gott schuf Neues, als Jesus das Reich Gottes in die Welt brachte. Es war neuer Wein in neuen Schläuchen. Jesus stiftete einen neuen Bund, der den ersten Bund zum alten Bund werden liess. Er öffnete einen neuen Weg zum Vater. Seither werden Menschen neu geboren und damit Teil einer neuen Familie, der Gemeinde: Wenn jemand in Jesus Christus ist, ist er eine neue Schöpfung: das Alte ist vergangen, Neues ist geworden.

Last but not least ist uns verheissen, dass das Neue umfassende Wirklichkeit werden wird. Gott selbst wird einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen. Das neue Jerusalem wird vom Himmel auf die Erde kommen und uns Heimat bieten. Selbst die Vergänglichkeit, die das Neue immer wieder veralten und schliesslich sterben lässt, wird überwunden sein. Er wird alles (!) neu machen. Was für eine Hoffnung!

 

... das gepflegt werden will!

Nur: wenn Gott immer wieder Neues schafft, heisst das nicht, dass nur das Neue wichtig ist. Was Gott an Neuem geschaffen hat, will gepflegt und bewahrt werden. Das gilt für die ganze Schöpfung, die in die Jahre gekommen ist. Es gilt erst recht für jeden neuen Menschen, der das Licht der Welt erblickt. Es wäre doch merkwürdig, wenn ein Kleinkind älter wird und damit das Interesse der Eltern verliert. Neues Leben will gepflegt, entfaltet und bewahrt werden, nicht nur bis zur Selbstständigkeit, sondern bis zum Tod. Das gilt auch für das Neue, das Gott in der Geschichte der Menschen getan hat. Nach der Einnahme des neuen Landes kam die Aufgabe, es zu gestalten und zu pflegen, um Leben in Frieden, Wohlstand und Freiheit zu ermöglichen.

Dieser neue Bund, den Jesus gebracht hat, kann und wird nicht mehr veralten: wir brauchen keinen weiteren neuen Bund. Es geht darum, jetzt im neuen Bund zu leben. Wer neues Leben empfangen hat, darf und soll dieses Leben zur Entfaltung bringen. Weil das so ist, spricht die Bibel auch von "festhalten" und "bewahren". Es gibt kein neues Evangelium mehr. Es gibt kein zweites und drittes neues Leben mehr, so dass wir uns immer wieder neu taufen lassen müssten. Genau deshalb gibt es auch "konservative" und "traditionelle" Elemente in unserem Leben mit Gott: Wir sollen bewahren, was Gott geschenkt hat; Wir sollen überliefern, was uns gegeben wurde. Das neue Gebot der Liebe ist das alte, und das alte ist uns immer wieder neu gegeben.

 

Wie wär's mit "konstanter Erneuerung"?

Ein biblischer Begriff kann uns hier weiterhelfen: Erneuerung. Erneuerung bedeutet, dass aus dem Alten Neues wird, ohne dass das Bisherige zerstört wird und an dessen Stelle etwas ganz Anderes kommt. Gleichzeitig bleibt nicht alles beim Alten, sondern es findet ein fortlaufender Transformationsprozess statt. Das ist das Ziel für uns persönlich wie auch für die Gemeinde. Deshalb schlage ich vor, konstante Erneuerung anzustreben, statt Altes und Neues in einen unversöhnlichen Gegensatz zu bringen.

Was den Gemeindebau betrifft, sehe ich das Bild eines Gebäudes vor mir. Dieses Gebäude war einmal ganz neu, aber jetzt braucht es Renovation, Umbau und Erweiterung. Renovation ist dort gefragt, wo die Bausubstanz noch gut ist und ein Neubau zu kostspielig. Umbau ist dort gefragt, wo neue Bedürfnisse da sind. Erweiterung ist gefragt, sofern das Gebäude zu klein geworden ist. In allem ist Weisheit und Weitsicht gefragt, dass weder Denkmalschützer noch Neuheitsfanatiker die Oberhand haben, sondern gesunde Entwicklung möglich ist.

Alles, was neu ist, wird einmal alt. Dieser Vorgang - auch Vergänglichkeit genannt -wird in unserer kurzlebigen Zeit immer kürzer. Das Handy, das ich heute erwerbe, gehört nach kurzer Zeit zum alten Eisen. Davor brauchen wir keine Angst zu haben. Gott erneuert uns und diese Welt. Im Blick auf die Zukunft dürfen wir zuversichtlich sein: ein neuer Himmel und eine neue Erde warten auf uns - und sie werden nicht so ganz anders sein als das, was wir von der alten Erde her kennen.

 

Thomas Eggenberg, t.eggenberg@bewegungplus.ch, BewegungPlus Bern

 

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Dieser Artikel stammt aus dem online 1/16 zum Thema «Neues wagen»

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