Wer aufbricht, wird zum Fremden

Wer Neues wagt, bricht aus dem Gewohnten auf und wird zum Durchreisenden: Wir haben vielleicht mehr Gemeinsamkeiten mit «Fremden», «Flüchtlingen», «Ausländern» oder «Asylanten», als uns lieb ist. Eine Ermutigung, trotzdem aufzubrechen.

 

Das Paradebeispiel für einen Menschen, der mit Gott aufbricht, ist Abraham. Aber er ist und bleibt ein Fremdling, der immer unterwegs ist. Abraham ist als Vater aller Gläubigen geradezu das Modell eines Menschen, der aufbricht und der Versuchung zum bequemeren Siedeln widersteht - anders als sein Neffe Lot. Irgendwo leben wir wohl alle in der Spannung, wie Abraham ein Fremder und Durchreisender zu bleiben oder wie Lot uns im Wohlstand niederzulassen und mehr und mehr das Ziel aus den Augen zu verlieren.

 

Wir nehmen nur das Wichtigste mit

Wer aufbricht und sich auf den Weg nach einer neuen Heimat macht, kann nur leichtes Gepäck mit sich tragen. Die täglichen Nachrichtenbilder von Menschen auf der Flucht führen uns dies dramatisch vor Augen. Wer seinen Lebensrucksack so packt, dass er aufbrechen kann, dem klärt sich sehr schnell, was nötig und notwendig (= Not wendend) und was einfach nur Ballast ist. Menschen, die das Ziel vor Augen haben und innerlich wie äusserlich aufgebrochen sind, lassen sich nicht so schnell von der Leidenschaft nach Wohlstand und von selbstsüchtigen Ambitionen den Rucksack mit unnützem Zeugs füllen.

 

Auch wir gehören nicht so richtig dazu

Das Bedürfnis nach Zugehörigkeit ist nach den Grundbedürfnissen wie Essen, Gesundheit und Sicherheit fundamental für das menschliche Leben. Daraus wächst die Versuchung, uns den Werten unserer inzwischen nicht mehr sehr christlichen Umgebung anzupassen und unsere Identität als Gläubige schleichend preiszugeben. Andere Werte zu leben und sich als Christ zu outen, kostet Kraft. Wer sich selbst als Fremdling versteht, lässt sich von den Wohlstandsmelodien unserer Zeit nicht verführen: Ja, wir sind auf der Durchreise.

 

Wir haben besondere Sympathie für Flüchtlinge

Zwar sind Christen keine "Flüchtlinge", da wir uns nicht auf der Flucht befinden. Vielmehr werden wir von einer zukünftigen Hoffnung gezogen. Trotzdem dürf(t)en wir Christen eine besondere Sympathie für die Flüchtlinge unserer Zeit empfinden, da wir wie sie Fremde und Durchreisende mit leichtem Gepäck sind. So wollen wir uns durch die blutigen Anschläge von Paris und die Gräueltaten des IS oder anderer islamistischer Terrororganisationen nicht zum Hass gegen Fremde und Muslime verführen lassen. Wenn ich Jesus richtig verstehe, traut er uns nicht nur "Sympathie", sondern sogar Liebe, ja sogar Feindesliebe zu.

 

Wir haben schon jetzt den Himmel vor Augen

Christen haben ein Ziel vor Augen: die Heimat im Himmel. Deshalb wollen wir während unserer Durchreise schon jetzt so viel Himmel wie möglich auf dieser Erde ausstrahlen. Wir helfen mit, dass heute schon Gerechtigkeit und Frieden, Versöhnung mit Gott und Menschen erlebt werden darf. Wir verweigern uns dem Hass und der Ausgrenzung. Stattdessen vertrauen wir der Kraft der Liebe und Versöhnung. Früher sandten wir Missionare in muslimische Länder, um ihnen in verschlossenen Ländern die Liebe Gottes zu bringen. Nun sind wir die Missionare, die den zu uns geflüchteten Fremden die Liebe Gottes vorleben können. Natürlich muss die Politik verantwortungsvolle Wege zur Integration der Asylsuchenden finden - dafür dürfen wir beten. Wir verweigern uns aber jeder Fremdenfeindlichkeit, weil wir selbst um die Bedeutung des Fremdseins wissen.

 

Wir stellen uns unserem letzten Feind

Wer die Hoffnung auf eine himmlische Heimat in sich trägt, stellt sich aber auch dem heute mit grösstem Aufwand bekämpften Feind: dem Tod. Für die, die diese Erde zur ihrer letzten Heimat gemacht haben, ist die Realität der eigenen Sterblichkeit ein schwarzes Loch. Für jene, die zur himmlischen Heimat aufgebrochen sind, ist er eine dunkle Zwischenetappe. Wir dürfen aber wissen, dass Jesus als Auferstandener uns mit einer Fackel voraus geht und sicher ans Ziel bringt. Auf eine bewegte Weggemeinschaft im neuen Jahr!

 

Meinrad Schicker, m.schicker@STOP-SPAM.bewegungplus.ch, BewegungPlus Thun

 

Weitere Artikel

 

Dieser Artikel stammt aus dem online 1/16 zum Thema "Neues wagen

 

 

Ich gehe gerne in die Markus-Kirche, weil ...

... hier meine Church-Family ist.

Sandra

Weiterempfehlen:

BewegungPlus Schweiz

Sekretariat

Grabenstrasse 8 A

3600 Thun

Telefon 033 223 11 80

E-Mail

Die lokalen Kirchen der BewegungPlus sind Mitglied der "Schweizerischen Evangelischen Allianz".

 

 

Die BewegungPlus ist eine Freikirche und Mitglied der "VFG - Freikirchen Schweiz".

 

 

Willkommen auf der Homepage der BewegungPlus: Setzen Sie sich mit uns ein für "Mehr Himmel auf Erden".

 

 

 

Benutzeranmeldung

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
Login