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04 Jan 2021

Berufung und Gehorsam

Was motiviert einen Mann aus der Romandie (EEAR Morges), in einem Land in Westafrika zu leben?

Ein Land, in dem laut Wikipedia 2015 ein Drittel der Bevölkerung unterernährt war, für 50 000 Menschen nur ein Arzt zur Verfügung steht und Malaria-, Meningitis- und Choleraepidemien jährlich Tausende von Todesopfern fordern? Die schlichte Antwort lautet: Berufung und Gehorsam.

Ein Herz für Westafrika – so lautet der Titel seiner Rundbriefe. Verschiedene Reisen und ein längerer Einsatz in Westafrika haben die Überzeugung gefestigt: Gott ruft mich. Seit Frühling 2019 lebt Mike* in seinem Zielland. Seit Herbst 2019 wohnt er im Hof einer muslimischen Familie, das Zusammenleben gelingt gut. So ist er hautnah mit Sprache und Kultur in Berührung. Seine handwerkliche und technische Begabung bietet er den anderen Teammitgliedern für Haus- und Autoreparaturen an. Oder für Bauprojekte von Schulen. Das Credo des Teams lautet: Die gute Nachricht in die Schule.

 
 

Wie knüpfst du Kontakte?

Dazu brauche ich viel Feingefühl, denn in meiner Nachbarschaft spricht kaum jemand Französisch. Wohl bin ich dabei, Arabisch zu lernen, doch wusste ich, dass Sprachelernen nicht mein Ding ist. Ich habe Unterricht bei einem privaten Lehrer und ich gebe mein Bestes. Mit einer Thermoskanne Tee gehe ich in die Nachbarschaft, um mich mit den Männern auf einer Matte unter einem Baum zu unterhalten – oder um einfach zuzuhören. Noch ist die sprachliche Barriere zu gross, um die gute Nachricht weiterzugeben. Doch bin ich schon einmal gefragt worden, ob denn unser Gebet von Dämonen befreie. Ich habe bejaht, leider habe ich diesen Mann nicht wieder getroffen.

Was gibt deinen Tagen Auftrieb?

Diese beiden jungen Christen zu sehen, die ich zwei- mal pro Woche treffe, um gemeinsam mehr von Gottes Wort zu lernen. Einer von ihnen begann zu Hause mit seinem Nachbarn eine Gebetsgruppe, der andere an seinem Arbeitsplatz. Noch spreche ich ihre Sprache ungenügend, doch arbeiten wir ge- meinsam für das Werk unseres Vaters und das ist unbezahlbar.

Was fordert dich aktuell heraus?

Das Erlernen der Sprache – Ausdauer und kleine Schritte sind gefragt. Und natürlich die Einschränkungen wegen Corona. Ich bin so froh, dass Treffen im kleineren Rahmen wieder erlaubt sind.

* Name geändert