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10-Charlie
29 Jun 2021

Neustart

Als mir im vergangenen Jahr meine Frau ihre Zweifel an unserer noch jungen Ehe mitteilte, zog mir das den Boden unter den Füssen weg.

Sie verlangte eine zweiwöchige Auszeit, um sich klar zu werden, was sie wollte. Neben dem Schock fürchtete ich mich vor den Reaktionen, falls wir uns scheiden liessen: Was würde meine Familie denken? Und meine Freunde?

Ein paar Jahre früher war ich Mitglied der Webi Matzingen (BewegungPlus) gewesen und hatte mich dort zuhause gefühlt. Doch dann hatte sich Unmut gegenüber Gott und der Gemeinde in mir breitgemacht und ich hatte mich zurückgezogen. Dabei waren meine Spiritualität und meine Verbindung zu Gott so schwach geworden, dass ich nun in meiner Krise keinen Halt in Gott fand. Auch bei meinen Freunden fand ich diesen Halt nicht. Doch dann traf ich mich mit meinem ehemaligen WG-Mitbewohner Lukas, der auch zur «Webi» gehört. Zum ersten Mal spürte ich, dass ich nicht verurteilt wurde – unabhängig davon, wie sich meine Ehe entwickelt.

Die zweiwöchige Auszeit war für mich die schlimmste Zeit meines Lebens, doch auch eine Kehrtwende. Zum einen hatte ich sehr dunkle Gedanken, die mich beinahe in den Selbstmord trieben. Doch dazwischen spürte ich einen so tiefen Frieden, den ich mir nicht erklären konnte. Lukas riet mir, mich an Thomas aus der Webi zu wenden, der mich schon früher begleitet hatte. Er war sofort bereit, mich zu treffen. Der Abend mit ihm brachte mir viel Befreiung. Ich riss meine Mauern nieder – zwischen Gott, meiner Familie und mir. Das Kreuz kam mir so nahe wie noch nie zuvor. Ich erlebte, wie Jesus mich mit offenen Armen empfing.

Dadurch veränderte sich etwas spürbar, was auch meine Arbeitskollegen bemerkten. Die folgenden Tage verbrachte ich mit viel Gebet, Worship und Gesprächen, in denen mich der Heilige Geist führte. Es ging bergauf, aber der Aufstieg war lange und sehr hart, denn meine Frau teilte mir kurz darauf mit, dass sie sich von mir trennen wollte. Meine Hoffnung auf eine Wiedervereinigung zerschlug sich jäh. Was ich aber dennoch wusste und spürte: Es beginnt ein neues Kapitel.

Besonders geholfen hat mir dabei, dass ich in der Webi mit weiten, offenen und mitfühlenden Armen empfangen wurde. Da war keine Verurteilung, kein Groll mir gegenüber. Es schlugen mir einfach nur Gnade, Liebe und Fürsorge entgegen. Eins führte zum anderen. Ich sprach mit den richtigen Leuten zur richtigen Zeit. Meine Beziehung zu Gott wurde wieder stärker und tiefer. In meinem Herzen begann ein Feuer zu brennen. Gott begleitete und trug mich treu. Er führte und inspirierte mich, zeigte mir Perspektiven und setzte mich wieder frei.

Ich wachse immer näher zu Gott hin, und mir geht es so gut wie noch nie. Ohne diesen Zerbruch wäre ich wohl nie wieder so nahe zu Gott gekommen, wie ich es jetzt bin. Nun bin ich gespannt, was er mit mir vorhat und wohin mein weiterer Weg führen wird.