Find a church
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Mbour, SENEGAL – APR 26, 2019: Unidentified Senegalese men are walking down a dusty road in the middle of the city. There’s a car on the sand. It is town in Africa
04 Feb 2021

Nicht sein Bodyguard – sein Jünger

«Discipleship is to give yourself to someone» – Jüngerschaft heisst, sich selber jemandem hinzugeben.

Das sagt ein Mann mit dunkler Hautfarbe namens John. Er lebt seit ein paar Wochen in der Schweiz und gehört zu einer Kirche unserer Bewegung. 2003, im Englischstudium in Ostafrika, sah er den Jesus Film. Wie kann Gott sterben? fragte er sich, als er Jesus am Kreuz sterben sah. Er verliess das Land für drei Jahre – die Frage in ihm war bei seiner Rückkehr immer noch ohne Antwort geblieben.

John: Sofort kontaktierte ich die damalige Dozentin: «Ich möchte mehr von Jesus erfahren». «Komm am Nachmittag um vier», lautete ihre Antwort. Ich war bereits eine halbe Stunde früher da und wurde von einem afrikanischen Pastor namens Peter erwartet. Er gab mir eine Bibel und einen Stift: «Lies, und was du nicht verstehst, unterstreiche!» Ich unterstrich eine ganze Seite und gab ihm die Bibel zurück. Er sagte nichts dazu und wir gingen Kaffee trinken. Dann zeigte er mir, wo er wohnt, und lud mich ein, morgen früh um sechs zu ihm zu kommen. Er begann, mich einmal die Woche über Jesus zu lehren. Doch das reichte mir nicht, ich bat um zwei Treffen die Woche.

Der Preis der Nachfolge

Ich wohnte mit Freunden in einem Haus. Zusammen gingen wir jeweils sehr früh in die Moschee, um zu beten. Sie wurden misstrauisch, dass ich regelmässig auch woanders hinging. Eines Tages entdeckte ich meine Kleider verstreut am Boden und meine Bibel und ein paar Büchlein fehlten. Zornig sagten mir meine Freunde, dass sie bald ernsthaft mit mir reden wollten. Peter wies mich daraufhin an, meine Sachen sofort zu packen und zu ihm zu kommen – er wusste, dass mein Leben in Gefahr war.

Ich war so begierig, mehr von Jesus zu erfahren, dass wir uns nun jeden Morgen früh trafen. Doch war ich auch traurig und einsam, hatte ich doch meine besten Freunde verloren. Nach drei Jahren taufte mich Peter in der Nacht im Meer. Erst dann nahm er mich in eine Kirche mit und machte mich mit anderen Gläubigen bekannt. Im ersten Gottesdienst war mir vieles vertraut durch die regelmässige Unterweisung von Peter, aber ich war erstaunt, dass es nur wenige Männer im Gottesdienst hatte.

Taten sprechen lauter als Worte

Einmal kippte der kleine Sohn von Peter aus Versehen Wasser über den Computer. Ich erwartete, dass ihn sein Vater verprügelt, so wie ich es erlebt hatte, doch er blieb geduldig. Er und seine Frau hatten nicht zwei Gesichter – das erlebte ich immer wieder, wenn ich z.B. mit ihnen ass. Einige witzelten gar, ob ich Peters Bodyguard sei: Wo er war, war auch ich.

Geben und empfangen

Für ein Jahr machte ich einen evangelistischen Einsatz in meinem Heimatland und kam anschliessend in ein Team, in dem ich meine Schweizer Frau kennenlernte. Ich begann vor etwa drei Jahren, Arabisch-Sprechende im Nahen Osten auf Facebook zu kontaktieren – Arabisch ist eine der Sprachen, die ich spreche und schreibe. Ich kenne ja all ihre Fragen und was sie beschäftigt. «Ich möchte euch von Injil Isa (dem Evangelium von Jesus) erzählen». «Nein, oh nein!» war die Antwort. Dann sandte ich ihnen ein paar Verse aus der Bergpredigt. Sie fanden das sehr gut und waren fortan bereit, mehr zu hören.

Einer schrieb mir: «Schicke mir jeden Abend einen Bibelvers, so schlafe ich besser.» Wenn ich gefragt werde, wo ich herkomme, antworte ich, dass ich Afrikaner bin. Normalerweise schliessen sie daraus, dass ich Ägypter bin, was nicht stimmt. Vor ein paar Monaten habe ich mich einer Plattform angeschlossen, wo ich die gute Nachricht mit Leuten aus dem Nahen Osten teile. Wir bieten den Jesus-Film als Online-Version an. Aktuell sind wir fünf bekennende Christen auf dieser Plattform – wir kennen einander aus Sicherheitsgründen nicht.

Das Evangelium online

So sitze ich täglich stundenlang am Handy und kann doch die Flut der Fragen von Muslimen nicht bewältigen. «Ich will Jesus annehmen», schrieb neulich jemand. Meine biblische Antwort (Röm. 10,9): Wenn du mit deinem Munde bekennst, dass Jesus Herr ist, und im Herzen glaubst, wirst du gerettet werden. Ich fragte ihn dann: «Willst du mit Jesus leben und bist du bereit, wenn nötig sogar für ihn zu sterben?» Ja, Jesus nachzufolgen ist für diese Menschen oft eine Frage von Leben und Tod! Neu zum Glauben Gekommene werden ausserhalb dieser Plattform weiterbetreut.

Diesem Dienst kann ich nun auch von der Schweiz aus nachgehen. Meine Leidenschaft ist, die gute Nachricht online weiterzugeben und meine Persönlichkeit entspricht dieser Arbeitsweise – Gott hat beides zusammengebracht.