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14_Mission
04 Jun 2021

Shan – die Geschichte geht weiter

Zehn Jahre haben Anita und Jürg in verschiedene Shan* investiert. Seit drei Jahren leben sie wieder in der Schweiz. Wie entwickelt sich die Arbeit, die sie begonnen haben?

Sai Tun ist Shan und Nachtwächter in einer Fabrik. Er nahm an den wöchentlichen Treffen abends auf dem Fabrikgelände teil. Neben dem Lesen der Bibel sprachen wir offen über die Versuchungen, denen junge Männer in Thailand ausgesetzt sind. Später kehrte Sai Tun in sein Herkunftsland Burma zurück und gründete dort eine Familie. Lange hörten wir nichts mehr von ihm. Durch einen Freund konnten wir den Kontakt via Facebook wieder herstellen. Sai Tun geht es gut, er ist zu einem Leiter herangewachsen und betreut in seinem Dorf eine kleine Shan-Gemeinde. 

Seit dem Militärputsch im Februar ist das Internet gekappt und die einzige Verbindung ist das Telefon. In den letzten Wochen kursierten auch in unseren Medien täglich neue Bilder und Videos über Gräueltaten der burmesischen Armee an der Zivilbevölkerung. Viele fliehen ins benachbarte Thailand. Neben den Shan sind besonders die Karen stark betroffen. Immer wieder hören wir dieselbe Frage: «Warum sieht die Welt nur zu und tut nichts?» Heartbreaking – ja, es zerreisst unsere Herzen!

Die Shan-Gemeinde 

Auch unsere Shan-Freunde, die wir beim Gründen einer kleinen Gemeinde in ihrer Einzimmerwohnung unterstützt haben, sind sehr gefordert. Nach wie vor treffen sie sich wöchentlich. Eine Starthilfe ermöglichte den beiden jungen Männern, sich eine eigene Einkommensquelle aufzubauen. Zu oft wurden sie zuvor auf dem Bau um ihren Lohn geprellt – Shan haben keine Rechte oder kennen diese nicht. Don führt mit einem Fahrzeug Transporte aus und Go verkauft abends scharfen Papayasalat, Somtam genannt. Der Corona bedingte Lockdown hat ihn allerdings um sein Einkommen gebracht.

Gefangen zwischen zwei Fronten

Seit Corona geht es den Shan noch schlechter: Viele verloren ihre Arbeit, eine Entschädigung bekommen sie nicht! Die Lebensmittelpakete für 40 Familien von MissionPlus waren natürlich nur ein Tropfen auf den heissen Stein. Reisen nach Thailand sind seit über einem Jahr nicht mehr möglich, Jürg musste bereits zwei geplante Reisen absagen. Dabei sind in einer Beziehungskultur Besuche vor Ort sehr wichtig. Nun pflegen wir die Kontakte via Zoom, Handy und Chat-Apps. Anita und ich planen die nächste Reise im Sommer 2022. 

Es gibt auch positive Nachrichten

Nach einem mehrmonatigen Unterbruch nimmt die Gemeindegründungsarbeit unserer Partner in Nordthailand wieder Fahrt auf. Von 20 auf 40 ist die Anzahl der Kinder gestiegen, die am Kinderprogramm teilnehmen. Shan entscheiden sich für Jesus! Im August 2020 waren es zwei Familien, im September wie auch November je ein Ehepaar. Diese Leute werden jeweils ein paar Wochen später getauft. MissionPlus unterstützt weiterhin die jährliche Shan-Konsultation (ein grösseres Treffen für Shan und interkulturelle Mitarbeitende, die unter ihnen arbeiten) und ist mit den Partnern über Kurzeinsätze im Gespräch. 

Jürg und Anita

 

*Shan: Grösste Minderheits-Volksgruppe in Burma. Viele leben als rechtlose Flüchtlinge in den angrenzenden Ländern.

Noch sind Thailands Grenzen geschlossen, ab Januar 2022 sollte die Einreise für geimpfte Personen möglich sein. MissionPlus bietet zwei- bis vierwöchige Kurzeinsätze unter Shan an: https://www.missionplus.ch/einsaetze/shan 

Konflikte, Kriege, Flucht, Corona… Menschen geraten in kurzer Zeit in existentielle Not. Mit unserem Nothilfefonds können wir rasch und unkompliziert Soforthilfe leisten und Betroffene unterstützen. Danke für eure Spende!

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